B-Streptokokken in der Schwangerschaft

Was sind B-Streptokokken?

Streptokokken der serologischen Gruppe B lassen sich in Deutschland bei etwa 10 % der Schwangeren in der Vagina oder im Stuhl nachweisen. Frauen die mit diesen Bakterien besiedelt sind, sind aber deswegen nicht krank. Sie stellen also für die werdenden Mütter keine Gefahr dar und verursachen in der Regel auch keine Beschwerden.

 

Warum ist es sinnvoll zu prüfen, ob Schwangere mit B-Streptokokken besiedelt sind?

B-Streptokokken können von der Schwangeren auf das Kind übertragen werden. Die Übertragung erfolgt meist bei der Geburt, beginnend mit den Wehen bzw. nach dem Blasensprung. Jedes zweite Kind, B-Streptokokken-positiver Frauen, wird nach vaginaler Geburt mit diesen Bakterien besiedelt. Auf Haut und Schleimhaut lassen sich die Erreger dann nachweisen, auch ohne dass die Kinder Krankheitszeichen haben.

Bei 1-2 % der Neugeborenen, B-Streptokokken-positiver Frauen, kommt es aber zu Infektionen durch diese Bakterien.

Nachweis von B-Streptokokken bei Schwangeren

B-Streptokokken besiedeln den menschlichen Dickdarm und können von dort in die Scheide gelangen. Deswegen sollte jeweils ein Abstrich für die bakteriologische Kultur aus Scheide (Vagina) und Enddarm (Rektum) erfolgen, um die B-Streptokokken sicher nachweisen zu können. Die teilweise angebotenen Schnellteste (immunologische Teste, bei denen unmittelbar nach Abstrich-Entnahme ein Ergebnis vorliegt) sind weniger empfindlich als die Kulturverfahren, d. h. sie erkennen eine Besiedelung mit B-Streptokokken teilweise nicht.

Während der Nachweis einer Besiedelung durch B-Streptokokken in der Frühschwangerschaft nicht als Risikofaktor für eine Infektion des Neugeborenen gilt, ist eine Besiedelung der Schwangeren in der Zeit vor der Entbindung mit einem deutlich höherem Risiko für das Kind verbunden.
Aus diesem Grunde sollte die Untersuchung der Schwangeren in der 35. – 37. Schwangerschaftswoche erfolgen (Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.).

 

B-Streptokokken Infektionen bei Neugeborenen

Die in den ersten Lebenstagen auftretenden Erkrankungen verlaufen meist als schwere Allgemeininfektion, die tödlich enden kann. Lungen- und Hirnhautentzündungen können ebenfalls vorkommen und bleibende Schäden hinterlassen. Durch Gabe eines gegen B-Streptokokken wirksamen Antibiotikums (in der Regel Penicillin) ab Wehen-Beginn bzw. nach Platzen der Fruchtblase kann das Übertragungsrisiko deutlich reduziert werden. Dies setzt aber voraus, dass zu diesem Zeitpunkt bekannt ist, ob die werdende Mutter mit B-Streptokokken besiedelt ist.
Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, Schwangere auf das Vorhandensein von B-Streptokokken zu untersuchen.
Eine antibiotische Behandlung vor der Geburt ist nicht nötig, da von der Besiedelung für Mutter und Kind während der Schwangerschaft in der Regel keine Gefahr ausgeht.

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