Cortisolspiegel

Was ist Cortisol?

Cortisol ist ein lebenswichtiges Steroidhormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Seine Ausschüttung wird über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse gesteuert.

Cortisol erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen im Körper. Es ist unter anderem beteiligt an

  • der Bereitstellung von Energie,
  • der Regulation des Glukosestoffwechsels,
  • dem Fett- und Eiweißstoffwechsel,
  • der Regulation des Blutdrucks,
  • der Beeinflussung von Immun- und Entzündungsreaktionen und
  • der Anpassung des Organismus an körperliche und psychische Belastungen.

Cortisol ist deshalb weit mehr als nur ein „Stresshormon“ – es gehört zu den zentralen Regulationshormonen unseres Körpers.

Cortisol folgt einem Tagesrhythmus

Die Cortisolkonzentration ist nicht über den ganzen Tag gleich.

Die Ausschüttung folgt einem ausgeprägten Tagesrhythmus und ist eng mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus verbunden. Die Cortisolkonzentration steigt gegen Ende der Schlafphase an, erreicht rund um das morgendliche Erwachen hohe Werte und nimmt anschließend im Tagesverlauf ab. Nachts sind die Werte normalerweise niedrig.

Deshalb ist für die Interpretation einer Cortisolmessung entscheidend, zu welcher Tageszeit die Blutprobe entnommen wurde.

Was beeinflusst den Cortisolwert?

Die Cortisolkonzentration kann durch zahlreiche körperliche und äußere Einflüsse verändert werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • akute körperliche oder psychische Belastungen,
  • Schlaf und Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus,
  • intensive körperliche Aktivität,
  • akute Erkrankungen,
  • Schwangerschaft,
  • Medikamente und hormonelle Präparate sowie
  • Erkrankungen der Hypophyse oder Nebennieren.

Auch die Blutentnahme selbst kann kurzfristig eine Stressreaktion auslösen und den gemessenen Wert beeinflussen.

Ein einzelner Cortisolwert sollte deshalb immer im Zusammenhang mit dem Entnahmezeitpunkt und möglichen Einflussfaktoren beurteilt werden.

Kann Cortisol Stress messen?

Cortisol ist Bestandteil der körperlichen Stressreaktion und kann sich bei akuten Belastungen verändern.

Die Cortisolbestimmung liefert einen objektiven hormonellen Messwert, ist aber kein alleiniger „Stresstest“.

Was bedeutet ein erhöhter Cortisolwert?

Ein erhöhter Cortisolwert kann unterschiedliche Ursachen haben. Neben normalen physiologischen Schwankungen können beispielsweise akute Belastungen, körperliche Aktivität, Erkrankungen oder Medikamente eine Rolle spielen.

Auch eine erhöhte Konzentration des Transportproteins Cortisol-bindendes Globulin (CBG) kann zu erhöhten Gesamtcortisolwerten im Blut führen. Das ist beispielsweise in der Schwangerschaft oder unter oralen Östrogenen möglich.

Deutlich und dauerhaft erhöhte Cortisolkonzentrationen können bei einem Cushing-Syndrom auftreten. Eine solche Erkrankung lässt sich jedoch nicht anhand einer einzelnen Cortisolbestimmung im Blut diagnostizieren.

Bei einem konkreten Verdacht auf ein Cushing-Syndrom werden spezielle Untersuchungsverfahren eingesetzt, beispielsweise spätes Speichelcortisol, freies Cortisol im 24-Stunden-Urin oder ein Dexamethason-Hemmtest.

Was bedeutet ein erniedrigter Cortisolwert?

Auch erniedrigte Cortisolwerte können unterschiedliche Ursachen haben.

Eine verminderte Cortisolproduktion kann beispielsweise bei Erkrankungen der Nebennieren oder bei Störungen der übergeordneten hormonellen Regulation auftreten. Auch eine längerfristige Behandlung mit Glukokortikoiden kann die körpereigene Cortisolproduktion unterdrücken.

Für entsprechende Fragestellungen kann insbesondere eine standardisierte morgendliche Cortisolbestimmung wichtige Informationen liefern. Abhängig vom Ergebnis und von der klinischen Situation können weitere Untersuchungen erforderlich sein.

Welche Faktoren sind vor der Blutentnahme wichtig?

Für die Beurteilung Deines Cortisolwertes sind insbesondere wichtig:

  • die Uhrzeit der Blutentnahme,
  • Dein Schlaf-Wach-Rhythmus,
  • aktuelle körperliche oder psychische Belastungen,
  • akute Erkrankungen,
  • eine Schwangerschaft sowie
  • die Einnahme von Medikamenten und hormonellen Präparaten.

Besonders Glukokortikoide wie Cortisonpräparate können die körpereigene Cortisolregulation beeinflussen.

Medikamente sollten für eine Laboruntersuchung jedoch nicht eigenständig abgesetzt werden.

Cortisol und Stoffwechsel

Cortisol beeinflusst den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel und sorgt in Belastungssituationen dafür, dass dem Körper ausreichend Energie zur Verfügung steht.

Ein krankhafter und längerfristiger Cortisolüberschuss, wie er beispielsweise bei einem Cushing-Syndrom auftreten kann, kann unter anderem mit Veränderungen des Glukosestoffwechsels, Bluthochdruck, einer veränderten Fettverteilung und Muskelabbau einhergehen.

Wann kann eine Cortisolbestimmung sinnvoll sein?

Eine Cortisolbestimmung kann interessant sein, wenn Du

  • Deinen aktuellen Cortisolwert kennenlernen möchtest,
  • einen Einblick in Deinen Hormonstoffwechsel erhalten möchtest,
  • einen bereits bekannten Wert kontrollieren möchtest oder
  • auf ärztliche Empfehlung Deine Cortisolproduktion beziehungsweise Nebennierenfunktion untersuchen lässt.

Bei konkretem Verdacht auf eine Erkrankung der Nebennieren oder der hormonellen Regulation sind häufig standardisierte oder weiterführende Funktionstests erforderlich.

Untersuchung bei Mein Dianovis

Bei Mein Dianovis bestimmen wir Cortisol im Blut und im Speichel.

Da Cortisol einem ausgeprägten Tagesrhythmus unterliegt, ist die Uhrzeit der Blutentnahme für die Interpretation des Ergebnisses entscheidend.

Mit einer einfachen Blutuntersuchung erhältst Du einen objektiven Cortisolwert und damit eine Momentaufnahme dieses wichtigen Hormons.

Was kostet die Cortisolspiegelbestimmung?

Preis: 14,57 Euro

Buche einen Termin in unserem Servicecenter über den rechten Doctolib-Button.

Tel.: 0365 – 77 39 17 767

E-Mail: termine@dianovis.de

Dianovis GmbH,

Strasse des Friedens 2, 07548 Gera