Oxidativer Stress
Was ist oxidativer Stress?
In uns entstehen und vergehen ständig sehr aggressive Moleküle, sogenannte freie Radikale, die dem Immunsystem helfen, eingedrungene Bakterien zu vernichten. Normalerweise hält unser Körper diese Radikale unter Kontrolle, aber manchmal kippt das Gleichgewicht und es kommt zu einem Radikalüberschuss – dem Oxidativen Stress. Dann greifen freie Radikale auch gesunde Zellen an, oxidieren und zerstören sie.
Antioxidanzien und freie Radikale
Freie Radikale entstehen nicht nur bei lebensnotwendigen Atmungs- und Verbrennungsprozessen, sondern auch durch äußere Einflüsse wie UV-Licht, Radioaktivität, Ozon, Umweltschadstoffe und Medikamente. Insbesondere das Rauchen produziert zusätzliche Radikalmoleküle. Zur Abwehr der schädigenden Wirkung der freien Radikale verfügt der Organismus über Schutzsubstanzen, die als Antioxidantien bezeichnet werden. Dazu gehören bestimmte Vitamine, Mineralien, Enzyme und Pflanzenstoffe. Der Druck auf dieses Kontrollsystem wächst aufgrund zunehmender Umweltbelastungen. Unter oxidativem Stress versteht man ein Missverhältnis zwischen Bildung und Abbau freier Radikale. Kurzen Phasen der oxidativen Belastung kann durch das antioxidative Gleichgewicht entgegengewirkt werden, während permanenter oxidativer Stress eher zur Erschöpfung der antioxidativen Kapazität führt.
Oxidativer Stress ist messbar und kann behandelt werden
Ob bei dir ein erhöhter oxidativer Stress besteht, kann mittels einer Laboruntersuchung deiner Blutprobe diagnostiziert werden.
Das angebotene Profil Oxidativer Status bietet die Möglichkeit, einerseits die Belastung deines Körpers mit freien Radikalen und andererseits den aktiven Schutz durch Antioxidantien als Gesamtwert zu bestimmen.
Zur Bestimmung der oxidativen Belastung stehen folgende Messgrößen zur Verfügung:
• Totaler antioxidativer Status (TAS)
• Glutathionperoxidase (GPx)
• Malondialdehyd (MDA)
• Homocystein
• Vitamin C
• Vitamin E
• Selen
• Zink
Welche Krankheitszustände sind mit oxidativem Stress verbunden?
Die hochreaktiven, energiereichen Verbindungen (freie Radikale) zirkulieren frei im Blut und haben Zugang zu allen Organen und Geweben. Sie greifen die Zellen an und lösen verschiedene Kettenreaktionen aus, die wiederum schwerwiegende Auswirkungen im ganzen Körper hervorrufen können. So treten schädigende Wirkungen auf biologische Zellvorgänge auf, welche für verschiedene Krankheiten und Prozesse mit verantwortlich sind:
• Förderung eines vorzeitigen Alterungsprozesses
• Entwicklung von Thrombose, Atherosklerose und kardiovaskulären Erkrankungen
• Chronische entzündliche Erkrankungen (Arthritis, Allergien)
• Leber-, Nieren- und Lungenerkrankungen
• Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen (M. Parkinson, M. Alzheimer)
• Entwicklung von Krebserkrankungen
Wann soll man sich untersuchen lassen, und was kann man dagegen tun?
Den aktuellen oxidativen Stress zu bestimmen, ist bei vielen Menschen sinnvoll, zum Beispiel bei Freizeitsportlern oder bei älteren Menschen, die ihre Vitalität möglichst lange erhalten möchten. Aber auch für Patienten mit chronischen Krankheiten sind Untersuchung und eine evtl. notwendige antioxidative Therapie von Bedeutung.
Ursachen für oxidativen Stress können übermäßige körperliche und psychische Belastungen, aber auch Umwelteinflüsse, Einnahme von Medikamenten, Rauchen, Alkohol und Ernährungsmängel sein. Anhand der Ergebnisse der Laboruntersuchung können gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um die individuellen Risikofaktoren abzubauen und die körpereigenen funktionsfördernden Prozesse zu stimulieren.
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