Prostatakrebs-Vorsorge
Die Prostata (Vorsteherdrüse) liegt unterhalb der Harnblase und umschließt einen Teil der Harnröhre. Sie produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Prostata bei vielen Männern. Häufig handelt es sich dabei um eine gutartige Vergrößerung. Es können jedoch auch bösartige Veränderungen entstehen.
Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Das Erkrankungsrisiko steigt insbesondere mit zunehmendem Alter. Auch eine familiäre Belastung und bestimmte genetische Veränderungen können das Risiko erhöhen.
Eine Früherkennung kann sinnvoll sein, da Prostatakrebs in frühen Stadien häufig keine Beschwerden verursacht.
Wie bemerke ich eine Erkrankung der Prostata?
Veränderungen der Prostata können unter anderem folgende Beschwerden verursachen:
- schwächerer Harnstrahl
- häufiger oder nächtlicher Harndrang
- Schwierigkeiten oder Beschwerden beim Wasserlassen
Diese Beschwerden sind jedoch nicht spezifisch für Prostatakrebs und treten häufig bei gutartigen Veränderungen der Prostata auf. Umgekehrt kann ein Prostatakarzinom über längere Zeit völlig symptomlos bleiben.
Deshalb eignet sich das Auftreten von Beschwerden nicht zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms.
Welche Bedeutung hat der PSA-Wert?
Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das von Zellen der Prostata gebildet wird und im Blut bestimmt werden kann.
Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht automatisch, dass Prostatakrebs vorliegt. Auch eine gutartige Prostatavergrößerung, Entzündungen und weitere Einflussfaktoren können den PSA-Wert erhöhen.
PSA ist damit organspezifisch, aber nicht tumorspezifisch.
Umgekehrt kann ein Prostatakarzinom auch bei niedrigen PSA-Werten nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Die früher häufig verwendete starre Grenze von 4,0 µg/L ist deshalb heute nicht mehr die alleinige Entscheidungsgrundlage für die Früherkennung.
PSA-basierte Früherkennung
Nach der aktuellen S3-Leitlinie sollen Männer ab 45 Jahren mit einer Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren, die eine Früherkennung des Prostatakarzinoms wünschen, ergebnisoffen über deren Vor- und Nachteile beraten werden.
Entscheidest Du Dich nach dieser Beratung für eine Früherkennung, kann der PSA-Wert im Blut bestimmt werden. Die weitere Vorgehensweise richtet sich nach der Höhe des Basis-PSA-Wertes.
Wie wird der PSA-Wert beurteilt?
Nach der aktuellen S3-Leitlinie erfolgt eine risikoadaptierte Einteilung:
| Basis-PSA-Wert | Risikozuordnung | Empfehlung |
|---|---|---|
| < 1,5 µg/L | niedriges Risiko | erneute Bestimmung nach 5 Jahren |
| 1,5–2,99 µg/L | intermediäres Risiko | erneute Bestimmung nach 2 Jahren |
| ≥ 3,0 µg/L, kontrolliert | hohes Risiko | weitere Diagnostik |
Ein erstmals erhöhter PSA-Wert ≥ 3,0 µg/L soll vor einer weiteren Diagnostik unter Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren innerhalb von drei Monaten kontrolliert werden.
Damit wird vermieden, dass eine einmalige oder vorübergehende PSA-Erhöhung unmittelbar zu weiteren diagnostischen Maßnahmen führt. Die Wiederholung eines initial erhöhten PSA-Wertes kann die Zahl der Männer, bei denen anschließend eine MRT und gegebenenfalls invasive Diagnostik erforderlich werden, deutlich reduzieren.
Was passiert bei einem erhöhten PSA-Wert?
Bestätigt sich bei der Kontrolluntersuchung ein PSA-Wert ≥ 3,0 µg/L, soll eine urologische Konsultation erfolgen.
Bestätigt sich dabei ein erhöhtes Risiko für ein Prostatakarzinom, soll eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata durchgeführt werden.
Auf Grundlage des individuellen Risikos und des MRT-Befundes wird anschließend entschieden, ob eine Gewebeentnahme (Biopsie) erforderlich ist.
Wichtig: Ein erhöhter PSA-Wert ist keine Krebsdiagnose. Er zeigt zunächst an, dass eine weitere Beurteilung sinnvoll sein kann.
Welche Rolle spielt die Tastuntersuchung?
Die digital-rektale Untersuchung (DRU) wurde über viele Jahre zur Früherkennung von Prostatakrebs eingesetzt.
Nach der aktuellen S3-Leitlinie soll sie nicht mehr als Untersuchung zur Früherkennung des Prostatakarzinoms eingesetzt werden, da sie dem PSA-Test hinsichtlich der Früherkennung deutlich unterlegen ist.
Im Rahmen der weiterführenden urologischen Diagnostik bei auffälligem PSA-Wert kann die Tastuntersuchung dagegen weiterhin eine Rolle spielen.
Und das freie PSA?
Neben dem Gesamt-PSA kann auch das freie PSA bestimmt und daraus das Verhältnis von freiem PSA zu Gesamt-PSA berechnet werden. Dieser Quotient kann zusätzliche Informationen zur individuellen Risikoeinschätzung liefern.
Was sollte ich vor der PSA-Bestimmung beachten?
Der PSA-Wert unterliegt biologischen und analytischen Schwankungen und kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden.
Ejakulation, Radfahren und andere mechanische Belastungen der Prostata können zu einer vorübergehenden Erhöhung des PSA-Wertes führen. Diese Einflüsse sollten insbesondere vor der Kontrollmessung eines erhöhten PSA-Wertes vermieden werden.
Für die Beurteilung eines PSA-Verlaufs ist außerdem wichtig, dass die Messungen möglichst mit derselben Untersuchungsmethode erfolgen. Unterschiedliche Labormethoden können zu relevanten Abweichungen der Messergebnisse führen.
Was gilt bei familiärer oder genetischer Vorbelastung?
Männer mit mindestens einem erstgradig Verwandten mit Prostatakrebs, beispielsweise Vater oder Bruder, haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Ihnen soll nach der aktuellen S3-Leitlinie ein PSA-basiertes Screening ab 45 Jahren angeboten werden.
Bei Männern mit bestimmten nachgewiesenen erblichen Genveränderungen gelten besondere Empfehlungen. Bei pathogenen Varianten in BRCA2, MSH2 oder MSH6 sollte bereits ab 40 Jahren eine Beratung in einer Risikosprechstunde erfolgen.
Untersuchungen bei Mein Dianovis
Zur PSA-Diagnostik bieten wir folgende Laboruntersuchungen an:
- Prostataspezifisches Antigen (Gesamt-PSA)
- freies prostataspezifisches Antigen (freies PSA)
- Verhältnis von freiem PSA zu Gesamt-PSA
Für die PSA-basierte Früherkennung ist zunächst die Bestimmung des Gesamt-PSA entscheidend. Die Bestimmung des freien PSA kann bei ausgewählten Fragestellungen ergänzend erfolgen.
Bei einem auffälligen PSA-Wert unterstützen wir Dich bei der Einordnung des Laborbefundes. Ein kontrolliert erhöhter PSA-Wert ≥ 3,0 µg/L sollte entsprechend der aktuellen Leitlinie urologisch abgeklärt werden.
Preis: 34,98 Euro
Hinweis zur Früherkennung:
Die PSA-Bestimmung kann zur Früherkennung von Prostatakrebs beitragen, hat aber auch mögliche Nachteile. Erhöhte PSA-Werte können zu weiteren Untersuchungen führen, obwohl kein behandlungsbedürftiger Tumor vorliegt. Vor einer PSA-basierten Früherkennung wird deshalb eine ergebnisoffene Information über Nutzen und mögliche Nachteile empfohlen.
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