Toxoplasmose in der Schwangerschaft
Was ist Toxoplasmose?
Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird.
Menschen können sich unter anderem durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch sowie durch die Aufnahme infektiöser Erregerstadien aus der Umwelt anstecken. Diese können beispielsweise über mit Katzenkot verunreinigte Erde, ungewaschenes Gemüse oder andere Lebensmittel aufgenommen werden.
Die Infektion verläuft bei immungesunden Menschen häufig ohne Beschwerden. Gelegentlich können unspezifische, grippeähnliche Symptome oder Lymphknotenschwellungen auftreten.
Warum ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft wichtig?
Erwirbt eine Frau erstmals während der Schwangerschaft eine Toxoplasma-Infektion, kann der Erreger auf das ungeborene Kind übertragen werden.
Das Übertragungsrisiko nimmt grundsätzlich mit fortschreitender Schwangerschaft zu. Gleichzeitig können Infektionen in einer frühen Phase der Schwangerschaft bei einer fetalen Infektion schwerwiegendere Folgen haben.
Mögliche Auswirkungen einer angeborenen Toxoplasmose betreffen insbesondere Augen und Nervensystem. Viele infizierte Kinder zeigen bei der Geburt zunächst keine auffälligen Symptome; bestimmte Folgen können sich auch erst später bemerkbar machen.
Wie wird der Toxoplasma-Status untersucht?
Zur serologischen Diagnostik werden spezifische IgG- und IgM-Antikörper gegen Toxoplasma gondii im Blut bestimmt.
Die gemeinsame Betrachtung beider Antikörperklassen ermöglicht eine erste Einordnung des Infektionsstatus.
Bei Mein Dianovis bestimmen wir:
Toxoplasma-gondii-IgG-Antikörper: 20,40 Euro
Toxoplasma-gondii-IgM-Antikörper: 13,41 Euro
Toxoplasma-Antikörperprofil IgG + IgM: 33,81 Euro
Was bedeutet IgG negativ und IgM negativ?
Sind weder IgG- noch IgM-Antikörper nachweisbar, gibt es keinen serologischen Hinweis auf eine bisher durchgemachte Toxoplasma-Infektion.
Damit besteht auch keine anzunehmende Immunität nach einer früheren Infektion.
Während einer Schwangerschaft ist deshalb die Vermeidung einer erstmaligen Infektion besonders wichtig.
Wird ein Toxoplasmose-Screening gewünscht, empfehlen die aktuellen deutschen AGG-Empfehlungen bei seronegativen Schwangeren Verlaufskontrollen alle 4–8 Wochen bis zum Ende der Schwangerschaft, um eine mögliche Serokonversion zu erkennen.
Was bedeutet IgG positiv und IgM negativ?
Sind IgG-Antikörper nachweisbar und IgM-Antikörper negativ, kann bei einer immungesunden Frau in der Regel von einer zurückliegenden Infektion mit anzunehmender Immunität ausgegangen werden.
Eine erstmalige Toxoplasma-Infektion während der aktuellen Schwangerschaft ist bei einer solchen eindeutigen Konstellation in der Regel nicht anzunehmen.
In sehr seltenen Fällen sind Reinfektionen oder Reaktivierungen beschrieben worden. Sie spielen bei immungesunden Schwangeren in der Routinediagnostik jedoch nur eine untergeordnete Rolle.
Was bedeutet ein positiver IgM-Befund?
Ein positiver Toxoplasma-IgM-Befund ist allein kein Beweis für eine frische Infektion.
IgM-Antikörper können über längere Zeit nach einer Infektion nachweisbar bleiben. Außerdem können unspezifische beziehungsweise falsch-positive Reaktionen auftreten.
Jeder positive Toxoplasma-IgM-Befund bei einer Schwangeren sollte deshalb durch ein Speziallabor weiter abgeklärt werden.
Hierzu können unter anderem quantitative Antikörperbestimmungen, Verlaufskontrollen, eine IgG-Aviditätsbestimmung und weitere Spezialuntersuchungen eingesetzt werden.
Was ist die IgG-Avidität?
Die IgG-Avidität beschreibt die Bindungsstärke der IgG-Antikörper und kann bei entsprechender Befundkonstellation helfen, den möglichen Infektionszeitpunkt näher einzugrenzen.
Eine hohe IgG-Avidität kann eine frische Infektion innerhalb der vergangenen 3–4 Monate ausschließen. Eine niedrige Avidität beweist dagegen für sich allein keine frische Infektion und muss gemeinsam mit den übrigen Befunden beurteilt werden.
Die Aviditätsbestimmung ist deshalb keine allgemeine Screeninguntersuchung, sondern Bestandteil der weiterführenden Abklärung auffälliger serologischer Konstellationen.
Wann ist eine Untersuchung sinnvoll?
Die Kenntnis des Toxoplasma-Antikörperstatus kann bereits bei Kinderwunsch oder möglichst früh in der Schwangerschaft hilfreich sein.
Nicht immune Schwangere sollten über Möglichkeiten zur Vermeidung einer Infektion und über die Möglichkeit eines Toxoplasmose-Screenings informiert werden.
Wird ein Screening gewünscht, sollte der Antikörperstatus möglichst früh in der Schwangerschaft bestimmt werden. Bei seronegativen Schwangeren können anschließend Kontrollen alle 4–8 Wochen bis zum Ende der Schwangerschaft erfolgen.
Ein generelles Toxoplasmose-Screening bei asymptomatischen Schwangeren gehört in Deutschland derzeit jedoch nicht zum regulären Untersuchungsprogramm der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge. Bei begründetem Verdacht auf eine Toxoplasmose ist die serologische Untersuchung dagegen Bestandteil der Mutterschafts-Richtlinie.
Wie kann ich einer Infektion vorbeugen?
Wenn keine zurückliegende Infektion mit anzunehmender Immunität nachgewiesen wurde, sind während der Schwangerschaft insbesondere folgende Maßnahmen sinnvoll:
- rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch vermeiden
- Obst, Gemüse und Salat vor dem Verzehr gründlich waschen
- nach der Zubereitung von rohem Fleisch und nach Garten- oder Erdarbeiten die Hände gründlich waschen
- bei Gartenarbeiten Handschuhe tragen
- den Kontakt mit Katzenkot möglichst vermeiden
- die Katzentoilette möglichst von einer anderen Person täglich reinigen lassen
Eine Katze muss wegen einer Schwangerschaft nicht abgegeben werden.
Was passiert bei Verdacht auf eine frische Infektion?
Ergibt die Serologie Hinweise auf eine möglicherweise während der Schwangerschaft erworbene Infektion, ist eine zeitnahe ärztliche und spezialisierte labordiagnostische Abklärung erforderlich.
Dabei können zusätzliche Antikörperuntersuchungen, die IgG-Avidität und Verlaufskontrollen eingesetzt werden. Eine gesicherte oder hochgradig verdächtige mütterliche Primärinfektion erfordert eine spezialisierte weitere Betreuung und gegebenenfalls Behandlung.
Ein positiver IgM-Befund bedeutet nicht automatisch, dass eine akute Infektion vorliegt oder dass das ungeborene Kind infiziert ist.
Untersuchung bei Mein Dianovis
Bei Mein Dianovis bestimmen wir Toxoplasma-gondii-IgG- und IgM-Antikörper im Blut.
Toxoplasma-Antikörperprofil IgG + IgM: 33,81 Euro
Die Untersuchung kann zeigen, ob Hinweise auf eine zurückliegende Infektion mit anzunehmender Immunitätbestehen oder ob eine Befundkonstellation vorliegt, die weiter abgeklärt werden sollte.
Bei fehlenden Antikörpern kann die Kenntnis des seronegativen Status außerdem dabei helfen, Präventionsmaßnahmen und mögliche Verlaufskontrollen während der Schwangerschaft gezielt zu planen.
Mit der Bestimmung Deines Toxoplasma-Antikörperstatus erhältst Du wichtige Informationen für die Planung und Begleitung Deiner Schwangerschaft.
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