Vitamin D
Vitamin D übernimmt eine zentrale Funktion im Calcium- und Phosphatstoffwechsel und ist damit wesentlich für die Mineralisation und Stabilität der Knochen. Darüber hinaus ist Vitamin D an weiteren Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt unter anderem für die normale Muskelfunktion eine Rolle.
Anders als die meisten Vitamine kann Vitamin D vom Körper selbst gebildet werden. Unter Einwirkung von UVB-Strahlung entsteht Vitamin D in der Haut. Die körpereigene Bildung trägt bei ausreichender Sonnenexposition wesentlich zur Vitamin-D-Versorgung bei. Über die Ernährung werden dagegen meist nur vergleichsweise geringe Mengen aufgenommen.
Was wird beim Vitamin-D-Status gemessen?
Zur Beurteilung der Vitamin-D-Versorgung wird die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin D im Blut [25(OH)D] bestimmt.
25(OH)D ist der etablierte Laborparameter zur Beurteilung des Vitamin-D-Status. Er berücksichtigt die Vitamin-D-Versorgung aus
- körpereigener Bildung in der Haut
- Lebensmitteln
- Vitamin-D-Präparaten
Wie wird der 25-OH-Vitamin-D-Wert beurteilt?
Für die allgemeine Beurteilung der Vitamin-D-Versorgung orientieren sich unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und das Robert Koch-Institut an folgenden Bereichen:
| 25-OH-Vitamin D | Beurteilung |
|---|---|
| < 30 nmol/L | Vitamin-D-Mangel |
| 30 bis < 50 nmol/L | unzureichende bzw. suboptimale Versorgung |
| ≥ 50 nmol/L | ausreichende Versorgung im Hinblick auf die Knochengesundheit |
Dabei gilt:
- 30 nmol/L entsprechen etwa 12 ng/mL
- 50 nmol/L entsprechen etwa 20 ng/mL
- 75 nmol/L entsprechen etwa 30 ng/mL
Die Umrechnung erfolgt näherungsweise mit:
1 ng/mL = 2,5 nmol/L
DGE und RKI gehen bei einer 25(OH)D-Konzentration von mindestens 50 nmol/L von einer ausreichenden Versorgung im Hinblick auf die Knochengesundheit aus.
Wann kann eine Bestimmung sinnvoll sein?
Eine Bestimmung von 25-OH-Vitamin D kann insbesondere sinnvoll sein, wenn ein begründeter Verdacht auf eine unzureichende Versorgung besteht oder entsprechende Risikofaktoren vorliegen.
Dazu zählen beispielsweise:
- geringe Sonnenexposition
- überwiegender Aufenthalt in geschlossenen Räumen
- höheres Lebensalter
- eingeschränkte Mobilität oder Pflegebedürftigkeit
- stark bedeckende Kleidung
- dunkle Hautpigmentierung
- bestimmte Magen-Darm-Erkrankungen mit eingeschränkter Nährstoffaufnahme
- Leber- oder Nierenerkrankungen
- Medikamente, die den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen
- Verdacht auf Osteomalazie oder andere Störungen des Knochenstoffwechsels
Warum schwankt der Vitamin-D-Status?
Die körpereigene Bildung von Vitamin D hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere:
- Jahreszeit
- geografische Lage
- Dauer des Aufenthalts im Freien
- Größe der unbedeckten Hautfläche
- Alter
- Hautpigmentierung
In Deutschland ist die körpereigene Vitamin-D-Bildung in den Wintermonaten aufgrund der geringeren UVB-Strahlung deutlich eingeschränkt. In den sonnenreicheren Monaten können dagegen Vitamin-D-Speicher aufgebaut werden.
Welche Folgen kann ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel haben?
Ein ausgeprägter und länger bestehender Vitamin-D-Mangel kann zu einer Störung der Knochenmineralisation führen.
Bei Erwachsenen kann daraus eine Osteomalazie entstehen. Bei unzureichender Vitamin-D-Versorgung kann außerdem der Knochenstoffwechsel beeinträchtigt werden.
Niedrige Vitamin-D-Spiegel wurden in Beobachtungsstudien auch mit zahlreichen anderen Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter kardiovaskuläre, metabolische, autoimmune, infektiöse und maligne Erkrankungen.
Solche Zusammenhänge bedeuten jedoch nicht automatisch, dass ein niedriger Vitamin-D-Wert die Ursache dieser Erkrankungen ist oder dass eine Vitamin-D-Supplementierung sie verhindern kann. Für viele dieser Erkrankungen ist ein entsprechender präventiver Nutzen bislang nicht eindeutig belegt.
Sollte jeder seinen Vitamin-D-Wert bestimmen lassen?
Ein routinemäßiges Screening aller gesunden Erwachsenen wird derzeit nicht empfohlen.
Die aktuelle Leitlinie der Endocrine Society spricht sich bei gesunden Erwachsenen ohne besondere medizinische Indikation gegen routinemäßige 25(OH)D-Bestimmungen aus, da für die allgemeine Krankheitsprävention keine gesicherten Zielwerte definiert sind.
Wenn Du Deinen persönlichen Vitamin-D-Status kennen möchtest, kann die Bestimmung von 25-OH-Vitamin D dennoch eine objektive Information über Deine aktuelle Versorgung liefern.
Was kann ich bei einem niedrigen Wert tun?
Die körpereigene Vitamin-D-Bildung durch Sonnenlicht ist ein wichtiger Bestandteil der Versorgung.
Wenn eine ausreichende körpereigene Bildung nicht möglich ist, kann eine Vitamin-D-Supplementierung sinnvoll sein.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt bei fehlender körpereigener Vitamin-D-Bildung für Jugendliche und Erwachsene einen Schätzwert von 20 µg Vitamin D pro Tag, entsprechend 800 Internationalen Einheiten (IE).
Die geeignete Dosierung hängt jedoch vom Ausgangswert, vom individuellen Risiko und gegebenenfalls von Begleiterkrankungen ab.
Bei deutlich erniedrigten Werten oder einer geplanten höher dosierten Behandlung sollte die weitere Vorgehensweise ärztlich abgestimmt werden.
Muss der Wert nach einer Supplementierung kontrolliert werden?
Nicht jede Einnahme eines Vitamin-D-Präparats erfordert regelmäßige Laborkontrollen.
Bei einem nachgewiesenen Mangel, bei Risikopatienten oder unter einer gezielten Behandlung kann eine Verlaufskontrolle sinnvoll sein.
Bei gesunden Erwachsenen ohne besondere Indikation werden routinemäßige wiederholte 25(OH)D-Messungen zur Steuerung einer Supplementierung dagegen nicht empfohlen.
Untersuchung bei Mein Dianovis
Zur Beurteilung Deiner Vitamin-D-Versorgung bestimmen wir:
- 25-Hydroxyvitamin D [25(OH)D]
Die Messung ermöglicht eine objektive Einschätzung Deiner aktuellen Vitamin-D-Versorgung.
Bei deutlich erniedrigten oder ungewöhnlich hohen Werten unterstützen wir Dich bei der Einordnung des Ergebnisses und empfehlen bei Bedarf eine ärztliche Abklärung.
Was kostet die Vitamin-D-Spiegelbestimmung?
Preis: 27,98 Euro
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